9.26.2016

Fortsetzung jetzt

Manus kannte die meisten Verkehrsüberwacher der Stadt beim Vornamen, und normalerweise ließen sie ihm auf den Parkplätzen der Stadt freie Bahn. Diesem Duo war er noch nicht begegnet. Offenbar waren sie neu.
"Alles in Ordnung," sagte er mit aufmunterndem Nicken. "Rufen Sie einfach an."
Das Telefon zwischen Schulter und Ohr geklemmt, rief der Mann an. Während er die Kreditkartennummer vorlas, warf er Manus immer wieder Blicke zu, als würde er befürchten, einem Betrug aufgesessen zu sein.
"Ausgezeichnet", verkündete Manus, nachdem der Mann das Telefonat beendet hatte und ihm die Kreditkarte zurück gab. Sobald er die Parkkralle entfernt hatte, überreichte Manus ihm einen zu einem Fidibus zusammengefalteten Zehneuroschein.
"Sie sind verrückt", sagte der Mann und starrte die Banknote an, als würde es sich um eine brennende Zündschnur handeln. "Total durchgeknallt."

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Ich empfehle auch von ihr "Liebe ist ein Meer aus Träumen" zu lesen. Es ist kühler geschrieben und stellt vor allem die beiden Hauptpersonen in den Vordergrund.
Dieses Buch machte mich nicht so glücklich wie das erste Buch von ihr.





9.25.2016

Kathleen MacMahon, Am Ende eines langen Sommers

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Las vor wenigen Wochen den Roman von Kathleen Macmahon:  Am Ende eines langen Sommers. Ich hatte ihn mir vor kurzem aus einem Angebot von Büchern ausgesucht, die mir W. ins Haus brachte. Ich blätterte zur ersten Seite in dem Buch und las den Anfang, um herauszufinden, ob mir die Sprache gefällt. Die Sprache ist das Wichtigste für mich in einem Buch. Zur Zeit lese ich am liebsten Liebesgeschichten. W. hatte mir versichert, dass es sich hier um eine Liebesgeschichte handelt. Während des Lesens kam ich in den Genuss mehrerer Liebesgeschichten, da dieses Buch die einzelnen Mitglieder der großen Familie beschreibt. Der Aufbau dieser Beschreibungen ist großartig. Jedes Familienmitglied bekommt Gelegenheit es ausführlich kennen zu lernen. Manus, der "Stammvater" lebt seit Jahren mit einem Mann zusammen. Er fährt ein besonders großes Auto und hat deshalb immer Parkprobleme, die er folgendermaßen zu lösen pflegte.
"Aufgemuntert von der vollendeten Mission,  trat er aus dem Postamt in den grellen Sonnenschein hinaus, nur um festzustellen, dass sein Auto nun eine Parkkralle trug. Die Übeltäter, ein schwarzer und ein weißer Mann in identischen Uniformen, waren noch vor Ort. Der weiße Mann stieg gerade in seinen Laste, während der schwarze Mann, der dem Jaguar die Parkkralle angelegt hatte, sich aufrichtete. Der Arme, dacht Manus, der muss sich bestimmt eine Menge Beschimpfungen anhören. Er beschloss, ganz besonders höflich zu ihm zu sein.
"Meine Herren", begann Manus, machte einen Schritt vorwärts und hob die Hände, um zu zeigen, dass er nichts Böses im Schilde führte, "wenn Sie so gut wären, einen Moment zu warten, bis ich mein Bußgeld bezahlt habe, können Sie dieses Gerät sofort wieder mitnehmen."
Er nahm seine Kreditkarte aus der Hosentasche und reichte sie dem Schwarzen. Der Mann hatte eine schimmernde ebenholzfarbene Haut und eine breite Stirn. Seine blutunterlaufenen Augen wirkten stumpf, da er vermutlich mit einer Beleidigung rechnete.
"Wären Sie vielleicht so nett, das für mich zu übernehmen?"
Der Mann runzelte die Stirn und traute offenbar seinen Ohren nicht.
"Ich besitze kein Mobiltelefon", erklärte Manus entschuldigend. "Für gewöhnlich sind ihre Kollegen so freundlich, den Anruf für mich zu tätigen."

(Fortsetzung folgt demnächst)

8.04.2016

Manhattanhenge

Lese täglich Herzdamegeschichten von Maximilian Buddenbohm. http://www.herzdamengeschichten.de
Heute las ich unter "Woanders, der Wirtschaftsteil" folgenden Link etwa eine Stadt wie New York  und  schickte ihn an S.

Foto aus Manhattanhenge


S. antwortete mir mit folgendem Link.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Manhattanhenge
 

6.17.2016

Das Leben ist kurz

 "Das Leben ist kurz.
Brich die Regeln,
verzeihe schnell,
 küsse langsam,
 liebe wahrhaftig,
lache hemmungslos und
bedaure niemals etwas, das dich zum Lächeln gebracht hat."
Mark Twain

4.16.2016

Warten, warten, warten, warten, warten

Wikipedia
Vor zwei Stunden rief er an. Er müsse sich nur noch etwas frisch machen, dann komme er." Aber gerne, lass dir Zeit", antwortete ich. "Mach dich nur frisch, ich freue mich schon auf dich." Das war vor zwei Stunden und dreißig Minuten. 
Während dieser zwei Stunden und dreißig Minuten las ich das Magazin Stil Leben Nr. 01/16 der Süddeutschen Zeitung. Sehr interessante Artikel und Interviews findet ich in dieser Ausgabe von heute:. "Spiegelblick: Die Schmerzkünstlerin MARINA ABRAMOVIC genießt ihren späten Ruhm - und will immer noch alles unkrempeln." Den Text schrieb Lars Jensen. 

Wikipedia
Sven Michaelsen führte ein Interview mit Andre Heller, der "in Marokko ein neues Leben fand oder erfand. Er baute in der Nähe von Marrakesch einen öffentlichen Traumpark.

Ohne diese lange Wartezeit hätte ich mir wahrscheinlich keine Zeit genommen diese beiden sehr interessanten Texte zu lesen. Ich hätte mich mit etwas ganz anderem beschäftigt und dann gewundert, dass die Zeit wieder so schnell vergangen wäre. Diese zwei Stunden und dreißig Minuten vergingen zwar auch ziemlich schnell, aber ich profitierte von dem Gelesenen, wie zum Beispiel von dieser Frage und Antwort.  Hier die Frage von Herrn Michaelsen, und die Antwort von Herrn Heller: Glücksforscher behaupten, es sei zu zwei Dritteln Veranlagung, ob man glücklich ist  oder nicht. Demnach sind Versuche, glücklicher zu werden, genauso zum Scheitern verurteilt wie der Versuch, größer zu werden. Ich glaube aus Erfahrung zweifelsfrei, dass mein Bewusstsein das Sein bestimmt. Also ist es möglich, sich nachhaltig zu verwandeln. Man kann den Verliesen der selbst geschaffenen Pein und Notoffensiven entwischen, wenn man begreift, dass die größte irdische Macht unsere Gedanken sind. Sie schaffen, je nach ihrer Ausprägung, Realitäten wie Souveränität und Leichtigkeit oder Krankheiten und andere Katastrophen. Verändern Sie ihr Bewusstsein ins Höhere - und es ist nicht ausgeschlossen, dass Sie zumindest gelegentlich Bekanntschaft mit einer funkelnden Seligkeit machen.
Das probiere ich jetzt, denn mein Besuch ist immer noch nicht bei mir angekommen.

1.16.2016

Die Überschwemmung

Ich höre die Waschmaschine im Keller leise und gemütlich vor sich hinwaschen. Setze mich an mein Notebook und suche Rezepte für Königinpastetchen. Die wollen wir, der S., die S. und ich am Hl. Abend essen. Ich will sie nicht so sehr, aber die beiden anderen wollen sie sehr. Plötzlich ein aufrüttelnder Schreckensruf aus dem Keller: "Ach du Scheiße!" Das verheißt nichts Gutes, denke ich und habe Recht. Um die Maschine rundherum steht das Wasser. Die F. wirft meine besten Handtücher und alte Stofffetzen in die übelriechende Überschwemmung, wringt sie über einem Eimer aus und wiederholt diesen Vorgang immer wieder und immer wieder. "Es wird nicht weniger," ruft sie, "das ist doch nicht normal!"
Ich überlege, was zu tun ist. Also nehme ich das Telefon und rufe den Mielemann an. "Was ist kaputt?" fragt er. "Das weiß ich nicht," antworte ich. Er arbeite in Unterschleißheim und könne natürlich nicht sofort kommen. Das hatte ich erwartet. Aber er verspricht gegen 17.00 Uhr, oder gegen 18.00 Uhr zu kommen. "Ein Hoffnungsschimmer", beruhige ich mich.
Inzwischen zieht die F. die Maschine vor. Ich sehe, dass die Pumpe das Wasser über dem Abfluss nicht abgepumpt hat. Sie arbeitet nicht. Sie ist also die Ursache der Überschwemmung. Hoffentlich kommt Herr L. bald. Hoffentlich kann er das Problem lösen.

einunddreißig Tage später

 Herr L, kam zwar nicht wie versprochen um 17.00 Uhr, da er mich vergessen hatte. Aber nach einer Nachfrage meinerseits kam er dann doch noch. Er besorgte eine neue Pumpe und baute sie am nächsten Tag ein. Es war eine schwierige und stinkende Arbeit, die er mit einigen saftigen Flüchen begleitete. So kurz vor Weihnachten - es passierte am 16.12.2015 - war das schon eine Zumutung für ihn. Aber nun ist es schon einige Wochen vorbei, und ich hoffe, dass die Pumpe jetzt brav und fleißig pumpt.

Still going medium strong

Das schrieb P. aus Frankreich auf seiner Weihnachtskarte, die nach Weihnachten in meinem Briefkasten lag.. Den größten Teil des Jahres leben wir wie richtige kleine Pensionisten und haben ein gutes Team von Freunden.

Vor Weihnachten  füllte ich meinen Papierkorb so ganz nebenbei mit unnötigen Papieren. Danach war ich erstaunt, wie schnell und leicht ich mich von diesem Ballast trennen konnte. Na ja, der Papierkorb ist ja auch nicht besonders groß. So viel war es dann auch wieder nicht.

Trotz "going medium strong" leerte ich mit einem netten jüngeren Herrn eine Flasche Sekt im Schein vieler Kerzen und hatte dabei mein "going medium strong" total vergessen.

Schließlich beendete mein Geburtstag diese anstrengenden festlichen Tage.
Die Kerzen waren abgebrannt, die Blumen am verwelken und die Weihnachtsplätzchen mochte niemand mehr essen, weil sie teilweise hart geworden waren.

Jetzt betrachte ich meine beiden Kerzenleuchter und überlege, wie ich die Kerzenreste aus den Haltern bekomme. Haben Sie eine Idee?



Heute Nacht schneite es. Die Räumfahrzeuge sorgten für schneefreie Straßen und J. schaufelte einen Weg frei.
Herr Kachelmann meldet Minusgrade und weitere Niederschläge.





9.16.2015

Jessye Norman

Gestern hatte Jessye Norman Geburtstag. Sie wurde 70 Jahre alt. Wer hätte das gedacht, dass sie schon diesen runden Geburtstag feiert.

http://www.welt.de/kultur/buehne-konzert/article146414709/Eine-Diva-eine-nubische-Koenigin-ein-Urereignis.html

Die letzten vier Lieder von Richard Strauss kannte ich noch nicht. Ich kopierte mir die Texte von Wikipedia.

 

Vier letzte Lieder
1. Frühling
 
(Text: Hermann Hesse)

In dämmrigen Grüften
träumte ich lang
von deinen Bäumen und blauen Lüften,
Von deinem Duft und Vogelsang. Nun liegst du erschlossen
In Gleiß und Zier
von Licht übergossen
wie ein Wunder vor mir. Du kennst mich wieder,
du lockst mich zart,
es zittert durch all meine Glieder
deine selige Gegenwart!
!
Composed: July 20, 1948

2. September
(Text: Hermann Hesse)

Der Garten trauert,
kühl sinkt in die Blumen der Regen.
Der Sommer schauert
still seinem Ende entgegen. Golden tropft Blatt um Blatt
nieder vom hohen Akazienbaum.
Sommer lächelt erstaunt und matt
In den sterbenden Gartentraum. Lange noch bei den Rosen
bleibt er stehn, sehnt sich nach Ruh.
Langsam tut er
die müdgeword’nen Augen zu.
 
Composed: September 20, 1948

3. Beim Schlafengehen
(Text: Hermann Hesse)

Nun der Tag mich müd gemacht,
soll mein sehnliches Verlangen
freundlich die gestirnte Nacht
wie ein müdes Kind empfangen. Hände lasst von allem Tun
Stirn vergiss du alles Denken,
Alle meine Sinne nun
wollen sich in Schlummer senken. Und die Seele unbewacht
will in freien Flügen schweben,
um im Zauberkreis der Nacht
tief und tausendfach zu leben.
 
Composed: August 4, 1948

4. Im Abendrot
(Text: Joseph von Eichendorff)

Wir sind durch Not und Freude
gegangen Hand in Hand;
vom Wandern ruhen wir
nun überm stillen Land. Rings sich die Täler neigen,
es dunkelt schon die Luft.
Zwei Lerchen nur noch steigen
nachträumend in den Duft. Tritt her und lass sie schwirren,
bald ist es Schlafenszeit.
Dass wir uns nicht verirren
in dieser Einsamkeit. O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot.
Wie sind wir wandermüde–
Ist dies etwa der Tod?
 
Composed: May 6, 1948
Source: Wikipedia
Foto Elbklassik